Borkwalder in norwegischer Zeitung

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Seit vielen Jahren machen Martina und Heribert Heyden in Drangedal Urlaub. Jetzt hat die norwegische Zeitung Drangedalsposten die beiden Borkwalder porträtiert. Der Bericht ist bereits am 24. August diesen Jahres erschienen.

Hier die Übersetzung:

Deutsche Drangedalsbotschafter seit 27 Jahren

Im allgemeinen reist das deutsche Ehepaar Heyden durch Deutschland und unterhält mit Musik und Theater. Wenn sie sich selbst ausruhen und ihre Batterien aufladen wollen, gibt es keinen besseren Ort als Drangedal und die Telemark. Seit 27 Jahren kommen sie in den Ferien in die waldreiche Kommune Drangedal mit Basis auf dem Hof LIA unterhalb von Gautefall. Woche für Woche für Woche.

Kjell Peder Haugene

Der Blick gleitet freundlich über die Hügel in Süd und Westrichtung, mit blauem Himmel, grünen Wäldern und saftigen Wiesen. In der kleinen Hütte mit 2 Räumen auf dem Liahof hatten (haben) sie Jahr für Jahr ihre wochenlangen gerne auch mal monatslangen Ferien.

Es ist so gut hier herzukommen versichern Martina und Heribert Heyden. Der Kontrast ist trotzdem groß zwischen der kleinen Holzhausgemeinde in der bevölkerungsreichen Gegend Potsdams etwa 3/4 Stunden Zugfahrt entfernt von Berlin. Sie nützen wieder die Sommertage und die Ruhe in Drangedal.

Antwort von einem Funkamateur

Es begann eigentlich als ich 1984 meinen ersten Kontakt mit dem Drangedaler Funkamateur Knut Jens Kaasa (LA8IG) hatte, erzählt Heribert. Es sollte in den darauffolgenden Jahren noch viele Funkkontakte geben. 1990 kamen Heydens mit ihren zwei kleinen Mädchen Marieke und Liese mit acht und vier Jahren und liehen sich einen Wohnwagen bei Jan-Stian und Dagny Voje auf dem Voje Hof. Der Aufenthalt gefiel Ihnen. Familie Voje gab Ihnen den Tipp, dass Mari und Artur Lia eine Ausleihhütte mit genügend Platz für sich und die Kinder haben. Hier gab es nun im Jahr danach die Möglichkeit auch im Winter zu Weihnachten und Ostern Urlaub zu machen.

25 Jahre auf dem Liahof

Im Jahre 1993 hatten Turin und Elling O. Lia eine kleine Ausleihhütte gebaut, und hier war nun Jahr für Jahr der feste Urlaubsplatz. Zur gleichen Zeit als Norwegen und Drangedal die erste Wahl für den Urlaub wurde begannen Martina und Heribert mit einem Sprach -kurs um norwegisch zu lernen. Die Sprache war ein wichtiger Türöffner um Kontakt mit Drangedalern, Telemarkern und anderen Norwegern zu bekommen versichert Heribert, zusammen mit Martina liebt er die norwegische Kultur wie z.B. Literatur, bildende Kunst und natürlich Musik.

Wir waren  seit 1990 jedes Jahr in Drangedal, sowohl im Sommer als auch im Winter, erzählt Heribert. Jedes Jahr haben wir neue freundliche Menschen kennengelernt, wir kennen die Umgebung, und wir fühlen uns wohl hier, sagt Martina, und Heribert nickt zustimmend.

Zeit für gute Gespräche

Von Ihrer kleinen Hütte auf dem Liahof füllen sie die Tage mit guten Gesprächen.

Wir lieben es, einen bekannten Anlaufpunkt in den Ferien zu haben, und die Hütte auf dem Liahof ist unser zweites Heim, beteuert das Ehepaar Heyden.

Hier ist es ruhig. Hier können wir miteinander reden. Wo sind wir in 10 Jahren? Was wünschen wir uns dann, fragt Martina und lacht. Hier haben wir viel Zeit und Ruhe, und wir können die Antworten suchen auf die wichtigen Fragen des Lebens.

Kultur und Naturinteressiert

Es ist leicht, die Tage mit Inhalt zu füllen nachdem Heydens mehr und mehr sowohl Menschen als auch Orte in der Umgebung kennenlernen.

Als da wären: Bibliothekar, Radioredakteur, Museumsdirektor, Nachbarn und andere. Wir haben das Freilichtmuseum ein Drangedal, das Z-Museum, das Ullefoss Gutshaus, Ibsens Haus, den Brekkeparken (Freilichtmuseum in Skien) und das Westtelemarkmuseum besucht. Wir sind die langen Strände am Nissersee entlanggelaufen und haben viele Wanderungen entlang der markierten Wanderwege in Gautefall und an anderen Orten unternommen.

Um einen Vorrat in Deutschland anzulegen, haben wir Blaubeeren, Himbeeren, rote- und schwarze Johannisbeeren gepflückt und in der Hütte zu Marmelade und Saft verarbeitet. Hier lesen wir gute Bücher von Jostein Gaarder und Maja Lunde, z. B. das mit guten Kritiken bedachte Buch „Die Geschichte der Bienen“ in der Originalsprache. Hier hören wir Musik von Kari Bremnes, Mari Boine und Elin Kaven.

Wir gebrauchen die norwegische Sprache und Kultur. In den skandinavischen Botschaften in Berlin, wo auch Norwegen vertreten ist, gibt es eine Reihe von guten Konzerten und Vorträgen. Da sind wir oft dabei erzählt das Ehepaar Heyden die ja selbst seit 25 Jahren im Kulturbereich arbeiten.

Ein eigenes Musiktheater

Wir begannen aus Spaß, eine kleine Puppenbühne für unsere Kinder zu bauen. Martina schrieb Texte, nähte Kostüme und Kulissen, ich schrieb Musik, erzählt Heribert, und spielte mehrere Instrumente. Die Kinder erzählten davon im Kindergarten und in der Schule, und so begann der Schneeball zu rollen. Wir wurden weiterempfohlen an Schulen und Kindergärten und später auch an Einkaufscenter und Altersheime.

Wir gingen ca. 120 Tage im Jahr auf Tournee, aber jetzt reichen auch 60 Tage. Als wir begannen hatten wir 100 % Kindervorstellungen, aber der Markt verändert sich, nun spielen wir 10 % für Kinder und 90% für Senioren erzählt Martina. Die Senioren sind ein sehr dankbares Publikum, erzählt Heribert.

Wir werden ja mit den Jahren auch immer älter, und nun fragt das Publikum im Altersheim nach Musik von Elvis und Glenn Miller, und deshalb müssen wir unser Repertoire erweitern, sagt Heribert, der im letzten Jahr mit 63 Jahren Rentner wurde. Martina ist erst 57 Jahre alt, so rechnet sie damit, noch einige Jahre im Arbeitsleben zu bleiben. Aber das freut sie, wenn die Verhältnisse so bleiben wie heute.

Leidenschaft und Meinung

Um Künstler zu sein bedarf es einer Menge Idealismus. Man braucht eine Leidenschaft in sich, unterstreicht Martina. Martina, die Geschichten schreibt, Puppen näht, Kulissen baut und die Vorstellungen präsentiert. Heribert, der die Instrumente wie die Drehorgel und das Akkordeon spielt, singt und die Technik steuert.

Es ist erstaunlich, dass Menschen, die dement sind und sich nicht ausdrücken können, auf einmal lauthals mitsingen, wenn sie die Lieder aus ihrer Jugend hören.

Es macht Freude zu erleben, wie dankbar das Publikum ist, wenn es das bekommt, was es sich gewünscht hat.

Ihr wart jetzt 5 Wochen hier in Drangedal, wann kommt Ihr wieder?

Wir kommen am 22 . Dezember und feiern hier Weihnachten. Wieder einmal.

Nach Weihnachten werden wir beim traditionsreichen Weihnachtsbaumfest in der alten Liaschule Akkordeon und Drehorgel spielen. Dann wollen wir Ski- und Spaziertouren in der Umgebung von Lia und Gautefall machen, schließt das Ehepaar Heyden mit dem Urlaubsjahrgang 27 in Drangedal.

Aber weißt du, nach Weihnachten haben wir ein Angebot im Altersheim in Prestestranda. Darauf freuen wir uns schon sehr.

 

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