Amtsdirektor war beim SPD-Kamingespräch

Marko Köhler über 100 Tage im Amt

Über einhundert Tage ist der neue Chef des Amtes Brück, Marko Köhler, jetzt im Amt. Für die SPD-Ortsgruppe Borkheide/Borkwalde ist das ein Anlass, Köhler zu ihrem inzwischen dritten Kamingespräch einzuladen und mit ihm über Persönliches ebenso wie über seine Vorstellungen für das Amt zu sprechen. Einige Bürger und Gemeindevertreter, darunter die Bürgermeister der beiden Orte, Andreas Kreibich (SPD) und Renate Krüger (LINKE), nutzten die Gelegenheit, mehr vom und über den Amtsdirektor zu erfahren. Der Raum im Borkwalder Landgasthaus Siedlerstuben ist gut gefüllt. Den Kamin musste die SPD allerdings mitbringen, als Foto.

Als der Moderator des Abends, Marko Wilke, ziemlich zum Anfang Köhler fragt, was ihm zu „acht zu sieben“ einfällt, weiß der sofort, was gemeint ist – so war das denkbar knappe Abstimmungsergebnis bei seiner Wahl durch den Amtsausschuss. Inzwischen bemüht sich der Neue durchaus erfolgreich, auch seine Skeptiker zu überzeugen: „Das Misstrauen hat sich im Amt nicht bestätigt. Ich fühle mich durch die Gemeindevertretungen und meine Mitarbeiter gut aufgenommen.“

Der 44-jährige ist in Berlin geboren und in Königs Wusterhausen aufgewachsen, jetzt zum zweiten Mal verheiratet und der Liebe folgend nach Gömnigk gezogen: „Früher hätte ich mir nicht vorstellen können, einmal in einem kleinen Dorf zu leben.“ Er hat zwei Kinder und erwartet gerade wieder Nachwuchs. Was den Wohnort betrifft, so hat Köhler ein Kompliment an die Gastgeber im Gepäck: „Wenn ich nicht schon so gut auf unserem lebendigen Bauernhof mit mehreren Generationen und allen Tieren, die dazu gehören, leben würde, dann könnte ich mir auch Borkwalde als Wohnort vorstellen. Als Schwedenfan gefällt mir die farbenfrohe Siedlung.“

Sein Interesse an Politik entwickelte sich wie bei vielen seiner Generation in den Wendejahren. Es lag unter anderem auch an dem ebenfalls aus Königs Wusterhausen stammenden heutigen brandenburgischen Justizminister, Stephan Ludwig (LINKE), dass sich Köhler begann für Politik zu interessieren. Kurz vor der Jahrtausendwende trat Köhler in die SPD ein. Als ihn der damalige Landrat, Lothar Koch (SPD), für den Ortsverein in Brück ansprach, war er dabei. Seit über acht Jahren ist er aktiv in der Kommunalpolitik.

Für seine Amtsführung knüpft der gelernte Verwaltungsbeamte und vormalige stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Teltow-Fläming an seine beruflichen Erfahrungen an und fragt rhetorisch in die Runde: „Kennen Sie ihre Revierpolizisten?“ Fast alle verneinen. Köhler will, dass sie „präsenter und bekannter“ werden. Als einen Anfang kann er sich vorstellen, die Sprechstunden dieser Beamten aus dem Amtsgebäude herauszubringen und an den Mobilen Bürgerservice des Amtes anzubinden. Erste Gespräche hat er dazu bereits geführt. Auf mehr Polizisten wagt er dagegen nicht zu hoffen.

Amtsdirektor Marko Köhler Amt Brück
Amtsdirektor Marko Köhler

Zur Sprache kam auch die Bahnanbindung. Hier ist wenigstens ab 2022 eine Taktverdichtung abzusehen. Stichwort Busverkehr: Köhler kann sich eine inneramtliche Buslinie vorstellen. Schlechter Handyempfang: Im Amt wünscht sich Köhler zwei, drei Hotspots zum freien Netzzugang. Am 27. November wird sich der Amtsausschuss mit dem Breitbandausbau beschäftigen. Altersgerechtes Wohnen: In Borkwalde gibt es erste Überlegungen dazu.

Seit Jahren versuchen die beiden Waldgemeinden, einen Flächenentwicklungsplan auf die Beine zu bringen, stoßen aber immer wieder auf enge Grenzen seitens übergeordneter Behörden. „Wir wollen nicht gebremst werden. Entwicklung ist kein Wunsch, sondern entsteht, weil die Gemeinden attraktiv sind“, erklärt Wilke. Auch Marion Urban (Notgemeinschaft) beklagt: „Auf Landesebene hört man nicht zu, es reagiert niemand.“ Köhler will sich zwar in der Sache engagieren, aber ehrlicherweise nichts versprechen. Statt dessen konzentriert er sich auf das Machbare und regt an, dass sich alle Gemeinden des Amtes an einen Tisch setzen und ihre Wünsche aufeinander ausrichten. Borkheide und Borkwalde könnten dabei durchaus als Modell gelten, konzentriert sich erstere doch auf die Schule, während letztere die Bereitstellung von Kitaplätzen absichern will.

Auf das Stichwort des Moderators „Amt Brück“ antwortete Köhler mit „Herausforderung“ und auf „acht Jahre“, gemeint ist die Amtszeit, mit „zu kurz“. Aber wenn er erfolgreich sein sollte, dann ist er vielleicht nicht allein, der auf „Amtseinführung“ mit „zu spät“ reagiert.

Siehe auch HIER.

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