Multikulti auf dem Bolzplatz in Borkwalde

Am letzten Sonnabend ist der Bolzplatz in Borkwalde ungewöhnlich voll. Es herrscht eine fröhliche und entspannte Atmosphäre. Bereits zum vierten Mal findet die Multikultiparty mit Bolzplatzturnier statt. Sechzig Flüchtlinge sind mit dem Bus aus dem nahen Brück in die Waldgemeinde gekommen. Es hätten weit mehr sein können, wie die Jugendkoordinatorin des Amtes Brück, Wenke Hanack, berichtet: „Fast alle wollen mitkommen.“

Vor allem für die Kinder gibt es viele Vergnügungsmöglichkeiten. Auf dem Bolzplatz können sie sich mit den Borkwalder Kickern messen. Direkt daneben bringt Jan Prowaznik, bekannt als Eselnomade aus Neuendorf, den Kinder das Jonglieren und Balancieren bei. Stephan Gütthoff, Streetworker von Job e.V. für Borkheide und Borkwalde, hilft, aus Gartenschläuchen Hula Hoop Reifen zu basteln. Das ist nicht nur deutlich preiswerter als die fertig zu kaufenden Reifen, sondern macht offensichtlich auch Spaß. „Es ist auch etwas zum Mitnehmen“, meint Güthoff. Manche der Kinder sind wahre Künstler mit den Reifen und können gleich mehrere um ihren Körper in Schwung halten. Auch am Basketballkorb herrscht fast immer großer Andrang. Mädchen und Jungen wetteifern miteinander.

Später spielt der Singer-Songwriter Erik Burmeister aus Potsdam einige seiner Stücke. Mädchen mit Kopftüchern lauschen seinen deutschsprachigen Liedern und filmen sich dabei mit dem Handy. Tatsächlich können viele der Kinder und Jugendlichen schon recht gut deutsch. Ihren Eltern fällt das noch schwerer. Der Stimmung tut das keinen Abbruch. Einige Ältere flanieren über den Platz und beobachten die Kinder, manche spielen Schach, andere helfen bei der Essensausgabe. Viel Essen ist allerdings nicht auszugeben. Es ist Ramadan, der muslimische Fastenmonat, den zahlreiche der Gäste beachten müssen. Gütthoff gibt zu, dass die Organisatoren das nicht so recht im Blick hatten. Andererseits wäre ein anderer Termin für die Party auch kaum möglich gewesen.

Nach und nach gesellen sich immer mehr Borkwalder Kinder mit ihren Eltern zu der Party auf dem Bolzplatz. Ganz zwanglos kommen die Kinder aus Borkwalde und aus Brück an der Schaukel und an den anderen Spielgeräten in Kontakt. Am Ende sind deutlich über hundert Menschen auf dem Bolzplatz. Nicht nur der Studentin Rengin Ayo aus Syrien gefällt es: „Deutschland ist schön, Borkwalde ist toll.“ Lukas König, der Gütthoff als Streetworker unterstützt, bringt die Veranstaltung auf den Punkt: „Gutes Wetter, gute Stimmung, klasse.“

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